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Aliénor d´Aquitaine
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Sylvie von Frankenberg
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Katrin von Glasow
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Historischer Hintergrund
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Frankreich
1137 heiratet die fünfzehnjährige Alienor von Aquitanien den ein Jahr älteren Louis, Thronerben von Frankreich. Kurz darauf wird sie an der Seite des Kapetingers, Louis VII., zur Königin von Frankreich gesalbt. Ihr Mann ist ein zögerlicher, sehr gläubiger und in sich gekehrter Mensch, dessen Ländereien sich auf die Ile-de-France, das Orléanais und einen Teil des Berry beschränken.
Alienor dagegen ist ganz und gar die Enkelin ihres mächtigen Großvaters, Wilhelms IX., der nicht nur Herzog von Aquitanien und der Gascogne und Graf von Poitiers war, ein einflußreicher Lehnsherr ausgedehnter und ertragreicher Grafschaften und Güter im Süden. Darüber hinaus führte er ein äußerst ausschweifendes, von Rom argwöhnisch beobachtetes, aber kultiviertes Leben. Er dichtete und sang und ging als Wilhelm der Troubadour in die Literaturgeschichte ein.
Auch wenn Alienor im Palais de LOmbrière in Bordeaux aufwuchs, ihr Lieblingsort sollte ihr Leben lang das Stammhaus der Herzöge von Aquitanien in Poitiers bleiben. |
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Kathedrale in Poitiers um 1970 |
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Welch ein Gegensatz zu dem blutleeren, einhundertfünfzig Jahre alten Geschlecht der Kapetinger in Paris.
Alienor treibt die Vorbereitungen für den Zweiten Kreuzzug in Frankreich voran, zu dem Bernhard von Clairvaux die Christenheit aufgerufen hat. Nicht nur, um der Eintönigkeit des Pariser Alltags zu entfliehen, nimmt sie 1146 die strapaziöse Reise ins Heilige Land an Louis Seite auf sich, sie wird sicherlich auch an den acht Jahre älteren Spielgefährten aus Kindheitstagen, Raymond de Poitiers, gedacht haben, der nun Fürst von Antiochien ist. Es kommt zum Zerwürfnis der Eheleute. Sogar der Papst interveniert. 1149 kehren sie entzweit nach Paris zurück.
Fünfzehn Jahre sollte die Ehe dauern. Zwei Töchter gingen daraus hervor. Dann trat Henry Plantagenet, der Herzog der Normandie in Alienors Leben.
ENGLAND
Während sich die westlichen Herrscher auf die Kreuzzüge begeben, herrschen in England bürgerkriegsähnliche Zustände. Es geht um den rechtmäßigen Anspruch auf die Krone, die ein Enkel Wilhelm der Eroberers, Stephan von Blois, an sich gerissen hat. Eigentlich steht sie Kaiserin Maud, der Enkeltochter des Eroberers zu, die in erster Ehe mit dem deutschen Kaiser Heinrich V. verheiratet war.
In zweiter Ehe hat sie Geoffrey von Anjou, den Herzog der Normandie geheiratet. Fünfundreißig Jahre währen die Streitigkeiten zwischen den Häusern Blois und Anjou um die Krone Englands, in denen Kaiserin Maud unermüdlich für die Thronansprüche ihres Sohnes Henry kämpft. Zielgerichtet schwört sie Lords und Barone auf sich ein, überzieht das Land mit einem Netz von Spionen, ist auf dem Festland und in den englischen Grafschaften allgegenwärtig, um ihrem Sohn den Weg zum Thron zu ebnen. |
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| 1150 |
wird dem siebzehnjährigen Henry Plantagenet das Herzogtum der Normandie übertragen. Drei Jahre später erkennt König Stephan Henry als rechtmäßigen Thronerben an. Doch zuvor legt Henry in Paris den Lehnseid vor Louis VII. ab. Dort trifft er zum ersten Mal auf Alienor, um die sich verstärkt durch den Kreuzzug viele Gerüchte ranken |
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Kloster Fontevrault
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| 1152 |
Henry und Alienor heiraten in Poitiers, nachdem die erste Ehe mit Louis VII. annulliert wurde. Sie behält ihre Erblande. Sie besuchen gemeinsam das Kloster von Fontevrault und machen eine großzügige Schenkung
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| 1153 |
Geburt des ersten Sohnes William. Bernhard von Clairvaux stirbt |
| 1154 |
Krönung von Henry II. und Alienor in Westminster Abbey. Geburt von Heinrich dem Jüngeren |
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Fenster in der Kathedrale in Poitiers.
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Herrschaftsgebiet Henry II. um 1154
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Oberhoheitsgebiet Henry II. um 1154
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| 1155 |
Thomas Becket Lord Chancellor |
| 1156 |
Geburt von Mathilde, der zukünftigen Frau von Heinrich dem Löwen. Der erstgeborene Sohn William stirbt |
| 1157 |
Henry II zwingt den schottischen König, Malcolm, den Lehnseid zu leisten. Geburt von Richard Löwenherz
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| 1158 |
Zweite symbolische Krönung in Worcester vor den Großen des Reiches aus England und Frankreich. Vorausgegangen waren zahllose Reisen, um Recht und Ordnung unter den im Bürgerkrieg verfeindeten Lords wieder herzustellen und die Finanzen des Reiches zu kontrollieren. Henry setzte alles daran, die Waliser auf sich einzuschwören, bis sie ihm zu treuen Verbündeten wurden. In einem klugen Schachzug werden die Tochter Louis VII. Margarete und der englische Kronprinz, Heinrich der Jüngere miteinander verheiratet. Die Mitgift der Prinzessin ist das wichtige Vexin, der Landstrich zwischen der Normandie mit der gewaltigen Festung Gisors und den französischen Erblanden. Henry II nimmt es sofort in Besitz.
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| 1158 |
Geburt von Geoffrey |
| 1159 |
Louis VII. bringt Henry II vor Toulouse eine Niederlage bei. Alexander III. folgt Hadrian IV. als Papst in Rom. Das Reich blüht auf und beginnt die Früchte des Friedens zu ernten |
| 1161 |
Geburt von Eleonore |
| 1162 |
Thomas Becket wird Erzbischof von Canterbury. Die Spannungen um die Rechtsprechung zwischen Kirche und Krone spitzen sich zu. Henry II. proklamiert die berühmten constitutions von Clarendon. Zum ersten Mal legt er schriftlich nieder, was seit Wilhelm dem Eroberer als Recht galt. Und der König geht darüber hinaus, indem er im Grunde eine Staatskirche fordert, wodurch die bis dahin gültige Rechtsprechung der Bischöfe und die Anrufung des Papstes nichtig geworden wäre.
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| 1164 |
kommt es zum offenen Bruch. Thomas Becket flieht nach Frankreich
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| 1165 |
Geburt von Johanna. In zweiter Ehe verheiratet, wird Louis VII. ein Sohn, der zukünftige Philippe Auguste, geboren.
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| 1166 |
Johann Ohneland, Alienors zehntes und letztes Kind kommt zur Welt. Henrys Affaire mit der berühmten Rosamund führt zum Bruch mit Alienor. Zwar hält sie noch einen gemeinsamen Hoftag mit Henry in England ab. |
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| 1167 |
jedoch zieht Alienor sich endgültig nach Poitiers zurück. Sie wiegelt ihre Söhne gegen ihren Vater auf, allen voran Heinrich den Jüngeren, der als Erbe für die Normandie, Maine und Anjou vorgesehen war, Richard, dem das Poitou und Aquitanien zugedacht war und Geoffrey, der die Bretagne übernehmen sollte. John, deshalb Ohneland genannt, ging zunächst leer aus. Erst nachdem Henry II. 1171 in Irland einmarschiert war und den Iren vier Jahre später den Lehnseid abtrotzte, wurde Johann Ohneland zum Lord von Irland ernannt.
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| 1170 |
Henry II. lässt Heinrich den Jüngeren zum König von England krönen. Alienor setzt Richard feierlich als Herzog von Aquitanien ein. Ermordung Thomas Beckets in Canterbury. Der päpstliche Bann trifft ganz England. |
| 1173 |
Der Krieg der Söhne gegen den Vater beginnt, unterstützt von Alienor und Louis VII. Nur der jüngste, Johann Ohneland, ist an seiner Seite. |
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Chinon in Frankreich um ca. 1300 |
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| 1174 |
Henry II nimmt Alienor in Chinon gefangen und wird sie
fünfzehn Jahre als Gefangene halten |
| 1183 |
stirbt Heinrich der Jüngere |
| 1189 |
stirbt Henry II. Alienor ist frei. Ihr Lieblingssohn, Richard Löwenherz, wird König von England |
| 1190 |
Gemeinsam mit dem König von Frankreich, Philipp August, bricht Richard Löwenherz zum Kreuzzug auf. Die Königinmutter Alienor übernimmt die Regentschaft. Sie reist ihrem Sohn mit neunundsechzig Jahren nach Sizilien nach, um ihn dort mit Berengaria von Navarra zu verheiraten. Als brillanter Kriegsherr macht er sich im Heiligen Land einen Namen, doch begeht er den groben Fehler, den Wimpel des österreichischen Herzogs in die Abwässergruben von Akkon zu werfen. Jener rächt sich, indem er Richard Löwenherz auf dem Rückweg vom Kreuzzug gefangen nimmt. Der deutsche Kaiser, Heinrich VI. fordert ein horrendes Lösegeld und hochrangige Geiseln für den englischen König.
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Mit eisernem Willen presst Alienor dieses Geld aus dem ausgebluteten England und Aquitanien heraus, eigenhändig bringt sie es unter größten Gefahren an den Rhein. Ihr Sohn, Johann Ohneland, stellt sich ihr in den Weg, den französischen König an seiner Seite wissend, will er den Thron an sich reißen. Doch Alienor befreit Richard und vereitelt Johanns Ansinnen. Danach zieht sie sich in ihr Lieblingskloster Fontevrault zurück. |
| 1199 |
stirbt Richard Löwenherz. Johann Ohneland folgt ihm auf dem Thron von England. Seit zehn Jahren ist er mit Isabella von Gloucester verheiratet. Die Revolten in seinen französischen Besitzungen mehren sich. Philipp August schürt sie gegen den englischen Widersacher
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Corfe Castle in England
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| 1200 |
Die achtzigjährige Alienor kehrt von einer Reise zu ihrer Tochter, der Königin von Kastilien, in die Normandie zurück, um die Hochzeit ihrer Enkeltochter Bianca von Kastilien mit dem französischen Thronfolger Louis zu organisieren.
Johann Ohneland heiratet in zweiter Ehe Isabella von Angoulême
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| 1202 |
Der Krieg zwischen Johann Ohneland und Philipp August nimmt dramatische Ausmaße an, zumal der englische König im eigenen Land gegen Machtanspruche seiner Lords zu kämpfen hat. Das Reich der Plantagenets beginnt zu bröckeln, es fallen immer mehr Festlandsbesitzungen an die französische Krone.
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| 1204 |
stirbt Alienor in Fontevrault, wo sie neben Henry II. beerdigt wird
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Sarkophage von Alienor und Henry
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| 1213 |
erkennt Johann Ohneland Papst Innozenz III. als Lehnsherrn an
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| 1214 |
verliert er die Schlacht von Bouvines
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| 1215 |
erzwingen die aufständischen englischen Barone von ihm die Magna Charta
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| 1216 |
Johann Ohneland stirbt
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