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Aliénor d´Aquitaine
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Sylvie von Frankenberg
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Katrin von Glasow
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Über die Autorinnen
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| Sylvie von Frankenberg lebte zehn Jahre lang in Paris und berichtete für Zeitungen und Rundfunk über französische Kultur und Politik. Katrin von Glasow lebte viele Jahre in England. Sie arbeitete als Regisseurin von Filmen mit überwiegend historischem Charakter. So brachte jede der beiden Autorinnen ein historisches Grundwissen ein, das sich verbunden mit einer gewissen Kenntnis der Mentalität beider Völker als gute Grundlage für die gemeinsame Arbeit erwies. "Uns interessierte, wie Alienor von Aquitanien und Henry Plantagenet ihre große Liebe zueinander lebten und ihren gemeinsamen Traum verwirklichten, das Riesenreich von den Pyrenäen bis an die schottische Grenze zu befrieden, um es zu voller Blüte zu führen. Seit dem 12. Jahrhundert mögen achthundert Jahre vergangen sein. Doch haben sich die Menschen verändert? Auch im Leben dieses außergewöhnlichen Königspaares gab es Schicksalsschläge, Intrigen, Eifersucht und Hass, innere Größe und Verzagen. Fünf Jahre brauchten wir für den ersten Roman. Wir haben Aquitanien und das Anjou, alle Orte in England bereist, die im Leben von Alienor und Henry von Bedeutung waren. Keine Kathedrale, kein romanisches Kloster, keine mittelalterliche Burg aus ihrer Zeit, die wir nicht besichtigt hätten. Biegt man in einem beschriebenen Kreuzgang rechts ab, so stimmt es, dass sich dort das Refektorium befand. Die Holzdielen der Ziehbrücke von Chinon hallten von den Hufen galoppierender Reiter wider. Man ahnt den Lärm noch heute, wenn man auf das Fallgitter zugeht, das die Burg zusätzlich schützte. Selbst die winzige Kirche von Tytherington, in der Henrys Mutter, Kaiserin Maud, nachweislich die Messe besuchte, haben wir besichtigt, um dort eine Szene zu erfinden, in der Alienor ihre Schwiegermutter zum ersten Mal alleine trifft. In unserem zweiten Roman lassen wir Alienor ihren jüngsten Sohn, Prinz John dort treffen. In Dorset wohnten wir in einem dicken Gemäuer aus ihrer Zeit. In jenem November wollten wir am eigenen Leibe erfahren, wie es ist, wenn der Regen in den schweren Kamin zischt, die Krähen um das Haus krächzen, wenn Kälte und Feuchtigkeit durch die Ritzen der Fenster dringen und der Sturm die schwere Holztür dröhnen läßt. Wie müssen sie sich nach tagelangen, strapaziösen Reisen zu Pferd oder in Holzwagen, auf einen Bottich mit heissem Wasser gefreut haben. Und die Überfahrten auf das Festland: wie oft waren sie gezwungen, den Winterstürmen auf dem Kanal zu trotzen, weil die politischen Belange in Aquitanien Vorrang hatten. Wir haben Bibliotheken durchforstet, Historiker befragt und gelesen und gelesen. Unser Ehrgeiz bestand darin, uns auf Henrys und Alienors Spuren bedingungslos an die historisch gesicherten Fakten zu halten und nur dort, wo Zweifel oder gar Lücken bestanden, der Phantasie freien Lauf zu lassen. Hierzu zwei Beispiele: Von ihrem ersten, gemeinsamen Kind, William sind nur das Geburts- und das Todesjahr bekannt, mehr nicht. Diese Chance ließen wir uns nicht entgehen. In unserem Roman heißt er Little Willy. Wir dichteten ihm eine zentrale Rolle im Leben der Eltern an. Als er 1156 mit drei Jahren stirbt, zeigen wir Henry zum ersten Mal verzweifelt, den ersten Riss in dem überschäumenden Glück des Paares, dem bis dahin alles zu gelingen schien, was es mit Disziplin und Energie an politischen Reformen und wirtschaftlichen Modernisierungen seines Reiches in Angriff genommen hatte. Das zweite Beispiel ist Thomas Becket, erst Lordkanzler des Königs, dann mächtiger Erzbischof von Canterbury. Im Laufe unserer Recherchen stolperten wir in der Literatur über immer mehr Dokumente, die unser Bild des britischen Nationalheiligen veränderte. Immer wieder gab es Andeutungen der Historiker über die innige Beziehung zu seinem Freund, Henry II., über den Verrat des Erzbischofs an dieser engen Freundschaft. Aus welchem Motiv? Als wir dann den Brief lasen, in dem der Papst Thomas Becket anfleht, im Rechtsstreit zwischen König und Kirche nachzugeben, fragten wir uns erneut: War es wirklich die Ehre Gottes, die er verteidigte oder war sein persönlicher Ehrgeiz die Triebfeder? Wir entschieden, den begabten, hochgebildeten Thomas Becket vorwiegend unter dem Aspekt der verratenen Freundschaft an Henry auftreten zu lassen. Und während des Schreibens entwickelte seine facettenreiche Persönlichkeit eine Eigendynamik, die sich in den Spannungsbogen des Romans über Henry und Alienor wie von selbst einfügte. Alienor überlebte ihren Mann um fünfzehn Jahre. In unserem zweiten Roman zeigen wir sie als Mutter ihres Lieblingssohnes Richard Löwenherz, die als Regentin ein horrendes Lösegeld aus Volk und Adel herauspresst, um den König von England aus deutscher Gefangenschaft zu befreien. Hier entwickelt sie eine unerbittliche Härte. Sie handelt mit eiskalter Vernunft und ist doch blind gegenüber den Schwächen ihres Sohnes. Die Zeiten der Troubadoure, der höfischen Galanterie sind vorbei. Wir zeigen sie hier als machtbewusste Politikerin. Soweit der historische Teil. Der zweite Handlungsstrang ist vollkommen erfunden. Für uns war es eine spannende Erfahrung, fiktive Personen aus dem ersten Roman hier wieder aufleben zu lassen und ihre Lebensgeschichte mit der der historischen Alienor zu verknüpfen. Alle sind mittlerweile älter geworden, alle erinnern sich an die glücklichen Zeiten der Vergangenheit, auf die sich jede Person gemäß ihrer Stellung beruft. Wie sie lebten, was sie aßen oder im Winter trugen, wie mühselig das Reisen in der Sommerhitze unter glühenden Kettenhemden war, oder der beschwerliche Ritt in Rüstungen, das alles wussten wir aus unseren früheren Recherchen. Ähnlich vorbereitet sind wir auch für unser neues Buchprojekt, dessen Hauptrolle der jüngste Sohn von Henry und Alienor übernehmen wird. Johann Ohneland, der Richard Löwenherz 1199 als König von England auf dem Thron folgte. Alienor ist 79 Jahre alt und wird noch fünf Jahre miterleben, wie sich die politische Landschaft Englands unter der Regentschaft ihres letzten Sohnes von Grund auf zu verändern beginnt." |
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